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Die „Highwalkers“ vom TSV Korbach sind eine Gruppe von Stelzenläufern mit dem Motto der Drogenprävention „Kinder und Jugendliche stark machen“.

Die Stelzenläufer nehmen dabei die Zuschauer vor dem Stadion in Empfang, „zaubern“ ihnen ein Lächeln ins Gesicht, entspannen damit die Drängelatmosphäre vor den Kassen. 30 Minuten vor Spielbeginn gehen sie ins Stadion (viele Zuschauer kennen sie schon vom Eingang) und proben mit der Kulisse Klatschrhythmen und LaOla. Dieser Auftritt gibt den Jugendlichen das Selbstwertgefühl eines Künstlers und ist in dieser Art eine besondere Form der Prävention mit dem Fachbegriff der „Freizeitbefähigung“.

In den letzten 14 Jahren wurden über 400 Stelzenläufer ausgebildet, von denen zur Zeit noch ca. 80 aktiv sind.

 

Die Gruppe „Highwalkers“ entstand aus einer Vision. Dankwart Terörde „sah“ 20 Stelzenläufer im Hessentagszug `97 von Korbach. Sein Bruder Ortwin war bereits 10 Jahre bei vielen nationalen und internationalen Spiel- und Sportfesten unterwegs, war das „Maskottchen“ der Trimmfestivals des DSB als Spielleiter und –animateur in drei und in vier Metern Höhe.

So begannen wir in der Badmintonabteilung des TSV 1850/09 Korbach im Oktober 1995 mit Workshops. Schnell stellte sich heraus, dass viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene Spaß fanden, dass Stelzenlaufen gar nicht so schwierig war. Sowohl top Leistungssportler als auch Breitensportler machten mit. Es kamen Schülerinnen des Arolser Gymnasiums hinzu, die Gruppe wurde größer.

Das Motto der Drogenprävention „Kinder stark machen“ motivierte uns als Lehrer und Übungsleiter, das Selbstwertgefühl der Läufer zu stärken, indem man etwas Besonderes kann und in den Augen der Zuschauer ein „Künstler“ ist. Außerdem macht es allen Beteiligten einfach viel Spaß und es ergeben sich viele freundliche Kontakte. Das Gefühl vor allem für Kleinere, einmal von oben auf die Erwachsenen blicken zu können, ist einfach riesig.

Materielle Unterstützung (T- und Sweatshirts) gab es durch die Aktion „Keine Macht den Drogen“, die Stelzenläufer zahlten das Material, um die Stelzen selber zu bauen und die Hosen selber zu nähen.

Um „modern“ zu sein, „up to date“, suchten wir nach einem englischen Namen und fanden: „The Highwalkers“ – 2 Wochen später entschieden sich Staatskanzlei Wiesbaden und Stadt Korbach für das Motto des Hessentages: „In Korbach geht`s hoch her“, - Zufall?

Schließlich waren es doch nicht 20 Highwalkers im Festtagszug – nein, 43 Stelzenläufer gab es in und um Korbach und 33 liefen mit.

Die „Highwalkers“ sind inzwischen kaum noch wegzudenken von Korbachs Festen, in der Fußgängerzone, die Jugendlichen verdienen sich Taschengeld mit Werbeaktionen. Aber wir nutzen auch die großen Gelegenheiten, bieten Workshops an z. B. bei bekannten Spielfesten und Jugendzentren. Bei der „Fun Station Tour ´98“ waren die „Highwalkers“ die einzige Gruppe, die bundesweit auftrat.

Unsere Aktion, auf den Straßen etwas Positives zu tun und Spaß auszustrahlen, wurde 1998 mit dem 1. Preis des LSB Hessen beim "„Sports-Fun Team Cup“ belohnt. Bei der Expo 2000 wurden wir von der Hessischen Staatskanzlei zum Auftritt eingeladen.

In Korbach war eine Symbiose geschaffen worden zwischen jung und alt, zwischen den verschiedenen Schulen, zwischen Breiten- und Leistungssportlern, zwischen kleinen und großen Erlebnissen. Leistungssport gibt es weiter beim TSV Korbach, Breitensport sowieso, aber das Rausgehen auf die Straße, ran an`s Publikum bringt neue Perspektiven für den modernen Verein.

Nebenbei entwickelte Bernd Itter im Berufsbildungswerk und Bathildisheim Bad Arolsen sowie in Workshops eine kleine Gruppe.

Im Hinblick auf den Hessentag 2003 machten wir an unseren Schulen in Bad Arolsen weiter. Dankwart Terörde an der Christian-Rauch-Schule und Ortwin Terörde an der Kaulbach-Schule motivierten teils in gemeinsamen Projektwochen, aber auch in Sport, Arbeitslehre und anderen Fächern Schüler, Stelzen selber zu bauen, Hosen zu nähen und bereits im Vorfeld für den Hessentagszug zu trainieren. Diese Strecke und besonders das vorgegebene Tempo sind sehr anspruchsvoll, schwieriger als der Auftritt in einer Fußgängerzone, wo man fast beliebig Pausen machen kann.

Ab Ostern waren „Highwalkers“ für Bad Arolsen unter der Regie von Elke Sieper, Bernd Itter, Dankwart und Ortwin Terörde in vielen Städten des weiteren Umkreises im Einsatz, um für den Hessentag 2003 zu werben.

In vielen Auftritten, so für das Hessische Sozialministerium, wurden die Stelzenläufer Teil des Gesamtbildes beim Hessentag – zur Schlussparade mit 35 Läufern.

Aus Wiesbaden kam eine ganze 6. Schulklasse zum Lernen und Bauen nach Korbach.

Und dann das nächste Projekt – im Kontakt mit dem Verein „Gold für Olympia“ kam es zur Idee, die Laufstafette 2004 von Korbach nach Athen zu begleiten. So haben die „Highwalkers“ vier Wochen lang die Läufer, die Gold vom Eisenberg bei Korbach nach Athen trugen, begleitet. Ein Höhepunkt im Bereich Völkerverständigung. Internationale Begegnungen in den Zielorten, die Stelzenläufer als Blickfang, um die Läufer zu begrüßen.

Der beim Olympischen Fußballturnier entstandene Kontakt zur Frauen-Fußball-Nationalmannschaft wurde 2005/2006 intensiviert. Als Vor- und Beiprogramm waren die „Highwalkers“ bei Länderspielen in Siegen, Bayreuth und Cottbus. Außerdem wurden sie von den beiden UEFA-Cup-Finalisten Turbine Potsdam und FFC Frankfurt zur Umrahmung der Endspiele eingeladen. In den folgenden Jahren besuchten sie fast alle Heimspiele des Teams. Ein Höhepunkt war 2009 der Besuch des Länderspieles Deutschland – Brasilien mit 45000 Zuschauern in Frankfurt.

Die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland war der diesjährige Höhepunkt. In drei Wochen besuchten insgesamt 42 Stelzenläufer 12 Spiele, ca. 350000 Zuschauern wurde „ein Lächeln auf`s Gesicht gezaubert“. Die 11-tägige Jugendfreizeit wird den 12 Teilnehmern wohl immer im Gedächtnis bleiben.

Und sieben Highwalkers aus der Kaulbach-Schule waren dabei! 

(Ortwin Terörde, Kaulbach-Schule 2011)

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